Nachlackierungsfreies Ausbeulen
(Ausdrücken)
Zusatzempfehlung
In Ergänzung zu der am 4. Juli 1996 getroffenen Empfehlung zwischen der Versicherungswirtschaft und der Kraftfahrzeugreparaturwirtschaft betreffend das nachlackierungsfreie Ausbeulen (Ausdrücken von Hagelschäden) wurde in der Sitzung des Lack- und Karosseriebeirats am 25. 2. 2004 einvernehmlich den Versicherungen und Werkstätten folgendes künftiges Vorgehen empfohlen:
Die Dellenliste wird den Sachverständigen und den Werkstätten als Kalkulationsbasis für nachlackierungsfreies Ausbeulen empfohlen. Sachverständiger und Werkstätte legen im Zuge der Besichtigung gemeinsam den Schadensumfang und auf Basis der Kalkulationstabelle und des im Betrieb ausgezeichneten Verrechnungsstundensatzes für diese Spengler- bzw. Karosseriebauerarbeiten die Höhe der Reparaturkosten für das nachlackierungsfreie Ausbeulen fest. Dieser gemeinsam festgesetzte Reparaturkostenbetrag ist verbindlich, sofern nicht im Zuge der Schadensbehebung unvorhersehbare Erschwernisse auftreten.
Der Werkstätte steht es in der Folge frei,
die Reparatur selbst auszuführen oder an einen Sublieferanten zu
vergeben.
Dellenliste
Von der Versicherungswirtschaft und dem Kfz-Reparaturgewerbe wurde im Lack-Karosseriebeirat eine neue Dellenliste erarbeitet, welche die bisherig gültige AZT-Liste ablöst. Stichtag für die Anwendung ist der 1. Mai 2004.
Die Rechengrundlage unterscheidet sich von der bisherigen AZT-Liste durch Kalkulation der Dellen nach Bauteil und nicht mehr nach Fahrzeug-Gesamtdellen. Das ermöglicht, eine nachvollziehbare Wirtschaftlichkeitsprüfung auf den Teil bezogen. Die Wirtschaftlichkeitsprüfung ist bei jedem Bauteil durchzuführen.
Zusätzlich gibt es noch eine Vorbereitungszeit pro Teil, Werte für leichte, mittlere und starke Dellen und auch einen Aufschlag für Aluminiumbauteile.
Die in der Kalkulation enthaltenen Berechnungsgrundlagen für den Arbeitsvorgang „Vordrücken“ werden gestrichen; dieser Bereich wird „pauschal“ kalkuliert wie auch vergleichbare Instandsetzungsarbeiten.
DELLENLISTE (gültig ab 1.5.2004)
Gemäß der Vereinbarung des Österreichischen Lack- u. Karosseriebeirates.
Vorbereitung: 0,2 Std. pro Bauteil
(Dachmittelteil, Schiebedachdeckel und A-Säulen sowie seitliche Dachrahmen sind z. B. als ein Bauteil gemeint, es sei denn dass der Dachrahmen und das Dachmittelteil konstruktiv getrennt sind. Tür und Türrahmen sind ebenfalls als ein Bauteil gemeint)
Dellengröße: gemessen wird der äußere Dellenkraterrand
WERTE PRO BAUTEIL:
Anzahl
Leicht
Dellenkrater 0-20 mm
Mittel
20-30 mm
Stark
30-45 mm
-01
0,2
0,3
0,4
02-03
0,4
0,6
0,8
04-06
0,7
1,0
1,4
07-10
0,8
1,4
2,0
11-15
1,1
1,8
2,5
16-20
1,3
2,2
3,1
21-25
1,6
2,6
3,6
26-30
1,8
3,0
4,2
31-40
2,2
3,6
5,0
41-50
2,5
4,2
5,9
51-60
2,9
4,8
6,7
61-80
3,2
5,4
7,6
81-100
3,6
6,0
8,4
101-120
4,0
6,6
9,2
121-140
4,3
7,2
10,1
141-160
4,9
7,8
10,9
161-180
5,0
8,4
11,8
181-200
5,4
9,0
12,6
In diesen Werten sind alle erforderlichen Aufwände wie Zufahrt, Polierarbeit, Finish, Ausbessern ev. beschädigter Abdichtungsraupen oder des Hohlraumschutzes enthalten.
Nicht enthalten: Zerlegearbeiten.
Aufschlag für Aluminiumbauteile: 20% auf die Ausführungszeit.
Kleinmaterial: 2% des Arbeitslohnes (beinhaltet auch Klebemat. und Klebesticks, Poliermaterial, Hohlraumschutz usw.)
Grundsätzlich soll eine Wirtschaftlichkeitsprüfung durchgeführt werden, die herkömmliche Reparatur stellt die Obergrenze dar.
KALKULATIONSBEISPIEL:
Dellen mit einem Kraterdurchmesser von ca. 25 mm
li. Kotflügel 8 1,4
li. vo. Tür 5 1,0
li. hi. Tür 4 1,0
li. Seitenwand 12 1,8
Motorhaube 48 4,2
Dach 96 6,0
Kofferdeckel 24 2,6GESAMT: 197 18,0 Std.
1,4 Std. Vorbereitung
19,4 Std. a` 80 € 1.552,--
Wien, am 25. 2. 2004